Thema: Hoch­schu­len

Holger Mann, Spre­cher für Hoch­schu­le und Wis­sen­schaft der SPD-Frak­ti­on im Säch­si­schen Land­tag, zur Aktu­el­len Debat­te „Vom Hoch­schul­pakt zum Zukunfts­ver­trag – Sach­sens Chance für eine Hoch­schul­ent­wick­lung mit guter Arbeit und Qua­li­tät im Stu­di­um“

+++ Bil­dungs- und Über­last­pa­ket ent­fris­ten +++ Hoch­schul­di­dak­tik stär­ken +++ Ent­fris­tungs­of­fen­si­ve mit 800 Stel­len +++ kein Finan­zie­rungs­ab­bruch im Win­ter­se­mes­ter +++

 

„Der Zukunfts­ver­trag sichert 75 Mil­lio­nen Euro pro Jahr für Sach­sen und eröff­net Spiel­räu­me, die wir klug nutzen soll­ten. Es gilt, Sach­sens Hoch­schul­land­schaft auf solide Füße zu stel­len, qua­li­fi­zier­te Fach­kräf­te zu gewin­nen und Wis­sen­schaft­ler zu halten. Es ist Zeit, dass wir die Hoch­schul­ent­wick­lung ent­lang der Linien des Koali­ti­ons­ver­tra­ges aktua­li­sie­ren. Die heu­ti­ge Aktu­el­le Debat­te gibt Ori­en­tie­rung für Staats­re­gie­rung und Hoch­schul­lei­tun­gen“, so SPD-Hoch­schul­ex­per­te Holger Mann.

„Mit dem Zukunfts­ver­trag steigt der Bund in die dau­er­haf­te Finan­zie­rung der Hoch­schu­len ein. Es gilt aber auch, den inhalt­li­chen Wandel gegen­über dem bisher lau­fen­den Hoch­schul­pakt in Sach­sen nach­zu­voll­zie­hen:

1. Für die Dau­er­auf­ga­be Lehre stehen nun dau­er­haft Mittel von Bund und Län­dern bereit. Des­halb wollen, dass dem auch Dau­er­stel­len folgen. Wir drän­gen so pre­kä­re Beschäf­ti­gung an Hoch­schu­len weiter zurück. Die Ent­fris­tungs­quo­te im aka­de­mi­schen Mit­tel­bau soll von 31 auf min­des­tens 37,5, besser 40 Pro­zent stei­gen.
2. Die Mittel werden nicht mehr nur nach Stu­di­en­an­fän­gern ver­teilt, son­dern auch die Anzahl der Stu­di­en­ab­schlüs­se sowie die Regel­stu­di­en­zeit spie­len eine Rolle. Wir setzen also Anrei­ze, gut und erfolg­reich zu stu­die­ren“, erläu­tert Mann.

„Der SPD ist es in den Koali­ti­ons­ver­hand­lun­gen gelun­gen, mit dem Zukunfts­ver­trag eine Ent­fris­tungs­of­fen­si­ve zu ver­bin­den. Ab 2021 werden 800 Stel­len zur Ver­fü­gung stehen. Diese sollen nach unse­ren Vor­stel­lun­gen schwer­punkt­mä­ßig in drei Berei­chen ein­ge­setzt werden:

1. Zur Absi­che­rung der Leh­rer­bil­dung. Min­des­tens 306 Stel­len sichern auch in Zukunft 2.400 Lehr­amts­stu­di­en­plät­ze ab. Wir ent­fris­ten also das bis­he­ri­ge Bil­dungs­pa­ket und geben den Hoch­schu­len echte Stel­len.
2. Wir erhal­ten Stu­di­en­plät­ze und sichern die Qua­li­tät des Stu­di­ums in beson­ders gefrag­ten Berei­chen: Der mit dem schwarz-gelben Kür­zungs­ham­mer ver­bun­de­ne Stel­len­ab­bau ab 2010 an Hoch­schu­len konnte zwar 2016 durch die SPD been­det werden, bis dato waren aber bereits hun­der­te Stel­len gestri­chen worden. Hier hat das soge­nann­te Über­last­pa­ket tem­po­rär Abhil­fe geschaf­fen. Des­halb sollen in Zukunft min­des­tens 400 Stel­len dau­er­haft zur Bewäl­ti­gung dieser Über­last bereit­ste­hen.
3. Gute Lehre braucht gut qua­li­fi­zier­te Leh­ren­de. Des­halb stär­ken wir das Hoch­schul­di­dak­ti­sche Zen­trum Sach­sen. Für die sach­sen­wei­te Tätig­keit sollen zukünf­tig erst­ma­lig 22 Stel­len bereit­ste­hen.

„Die SPD in der Regie­rung hat klare Vor­stel­lun­gen und hält Wort: Wir inves­tie­ren in Stu­di­um und Lehre! Und wir haben die Beschäf­tig­ten an unse­ren Hoch­schu­len im Blick. Der Zukunfts­ver­trag ist kein Selbst­zweck. Die Mittel dienen nicht zum Löcher stop­fen oder für den Bau von Traum­schlös­sern“, appel­liert Mann.

Mit Blick auf die in Leip­zig lau­fen­de Debat­te zur Leh­rer­bil­dung und die heu­ti­ge Demons­tra­ti­on „Keine #Leh­re­Oh­ne­Zu­kunft“ vor dem Säch­si­schen Land­tag ergänzt Mann:

„Es ist klar, dass der Über­gang vom Hoch­schul­pakt zum Zukunfts­ver­trag gestal­tet werden muss. Bestehen­de Arbeits­ver­trä­ge dürfen nicht mitten im Semes­ter enden. Um dies sicher­zu­stel­len und den Über­gang zu gestal­ten, hat das Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri­um rich­ti­ger­wei­se 35 Mil­lio­nen Euro für alle säch­si­schen Hoch­schu­len bereit­ge­stellt. So können Über­last- und Bil­dungs­pa­ket bis min­des­tens Ende des Win­ter­se­mes­ters fort­ge­führt werden.

Wenn an der Uni­ver­si­tät Leip­zig jetzt Struk­tur­ent­schei­dun­gen im Vor­griff auf die Fort­schrei­bung der Hoch­schul­ent­wick­lungs­pla­nung sowie neuer Ziel­ver­ein­ba­run­gen getrof­fen werden, obwohl der Rahmen noch gar nicht steht, dann soll­ten Rek­to­rat oder Hoch­schul­lei­tung dies noch einmal kri­tisch hin­ter­fra­gen. Mit der anste­hen­den Ent­fris­tung von Stel­len des Zukunfts­pak­tes sollte der Anteil an Hoch­de­pu­tats­stel­len in Form von Lehr­kräf­ten für beson­de­re Auf­ga­ben sinken.“