Frank Rich­ter, reli­gi­ons­po­li­ti­scher Spre­cher der SPD-Frak­ti­on im Säch­si­schen Land­tag, am Don­ners­tag zu Äuße­run­gen des CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Marian Wendt in der Leip­zi­ger Volks­zei­tung:

„Natür­lich muss über die Finan­zie­rung der Bewäl­ti­gung der Krise und deren Folgen gere­det werden. Es ist unver­ant­wort­lich, dies zu aus­zu­blen­den. Des­halb bin ich dem EKD-Vor­sit­zen­den Hein­rich Bed­ford-Strohm dank­bar, dass er dieses Thema zu Ostern auf­ge­grif­fen hat“, so Frank Rich­ter.

„Für mich ist klar, dass nicht die glei­chen Fehler wie nach der Finanz­markt­kri­se gesche­hen dürfen. Wir alle erin­nern uns, wie in Sach­sen vieles kaputt­ge­spart wurde, was den Staat funk­ti­ons­un­fä­hig macht. Ich erin­ne­re an die feh­len­den Poli­zis­ten und Leh­re­rin­nen und an die Ein­schnit­te in den Sozi­al­staat. Die aktu­el­le Krise zeigt, wir brau­chen einen star­ken Staat. Gleich­zei­tig hat die Krise auch die vor­han­de­nen Schwach­stel­len in Deutsch­land und Sach­sen gezeigt.“

„Weil der Staat auch in finan­zi­el­ler Hin­sicht nicht alles rich­ten kann, könn­ten wir bei­spiels­wei­se über einen Corona-Soli für die Ver­mö­gen­den nach­den­ken. Das Ein­for­dern von Soli­da­ri­tät von Ver­mö­gen­den hat nichts zu tun mit einer ‚Neid-Debat­te‘, wie der säch­si­sche CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Marian Wendt behaup­tet. Die Ver­mö­gen der vielen sehr rei­chen Men­schen in Deutsch­land wurden bei den Folgen der Finanz­markt­kri­se nicht in ange­mes­se­ner Weise her­an­ge­zo­gen. Die SPD hat mehr­fach deut­lich gemacht, dass die Krise nicht auf dem Rücken der Men­schen mit nied­ri­gen und mitt­le­ren Ein­kom­men aus­ge­tra­gen werden darf. Ansons­ten würde das vor allem viele Ost­deut­sche ein­sei­tig tref­fen. Denn die Men­schen hier haben nur selten hohe Ver­mö­gen und Ein­kom­men.“ 

„Die Äuße­rung von Marian Wendt, mit der er heute in der LVZ zitiert wird („Der EKD-Vor­sit­zen­de sollte sich mal genau­er anschau­en, welche Gemein­de­mit­glie­der zum großen Teil die EKD und damit auch sein Gehalt finan­zie­ren.“) trägt erpres­se­ri­sches Poten­ti­al. Es ist nicht nur das gute Recht eines Bischofs, öffent­lich und frei zu gesell­schaft­li­chen Fragen Stel­lung zu nehmen. Meiner Mei­nung ist es im Geist des Evan­ge­li­ums Jesu Chris­ti die Pflicht der Kir­chen, die Star­ken und Ver­mö­gen­den an ihre Ver­ant­wor­tung für die Schwa­chen und Armen zu erin­nern. Ich frage mich, was das C dem Mit­glied der CDU Marian Wendt eigent­lich bedeu­tet.“