Mehr Zusam­men­halt – das wün­schen sich viele in Sachsen. Um diesen zu stärken, för­dert das Land „Soziale Orte”.

So können in der Gemeinde oder auch im Stadt­teil neue Mög­lich­keiten ent­stehen, wo Men­schen zusam­men­finden, sich enga­gieren und eine oft ver­loren geglaubte Zusam­men­ge­hö­rig­keit schaffen. 

Das Modell­pro­gramm zur För­de­rung „Sozialer Orte” ist in diesem Jahr erfolg­reich gestartet. 14 Pro­jekte konnten bereits bewil­ligt werden. Jetzt wird das Pro­gramm fort­ge­setzt und neue Soziale Orte” sollen ent­stehen und geför­dert werden.

Hierfür sollen für 2023 und 2024 jeweils vier Mil­lionen Euro zur Ver­fü­gung gestellt werden, unter dem Vor­be­halt der Beschluss­fas­sung des Haus­halts durch das Par­la­ment.

Bewer­bungen können bis zum 7. Oktober 2022 ein­ge­reicht werden. 

„Sozialer Orte” in Sachsen (14 Pro­jekte, Stand Sep­tember 2022)

Bad Düben

Kul­tur­bahnhof, Dia­ko­ni­sches Werk Delitzsch/​ Eilen­burg e.V. – Jugend­mi­gra­ti­ons­dienst

Wittichenau

Jaku­betz­stift, För­der­kreis Wit­ti­chen­auer Pfad­finder e.V.

Hoyerswerda

Kul­tur­fa­brik Hoyers­werda e.V., Bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment – Lebens­qua­lität stiften und Zusam­men­halt stärken

Dresden Prohlis

Kultur im Ein­kaufs­zen­trum, ZUHAUSE IN PROHLIS e.V.

Grünhainichen

Schaf­fung eines sozialen Ortes in der Gemeinde Grün­hai­ni­chen

Sohland am Rotstein

Soh­land lebt! e.V.
„Treffen – Aus­tau­schen – Genießen im Dorf­zen­trum * Soh­land lebt! * ein sozialer Ort wird von Bürger*innen für Bürger*innen gestaltet“

Rietschen

Soziales und kul­tu­relles Netz­werk Riet­schen

Frohburg, OT Linda

Kul­turGut Linda e.V.,
Wei­ter­ent­wick­lung Kul­turGut Linda zum sozialen Ort

Leipzig Grünau

Haus Stein­straße e.V., Bür­ger­park Grünau – Ein Koope­ra­ti­ons­pro­jekt

Niederau

Volks­hoch­schule im Land­kreis Meißen
drum­herum, um dem „Aus­ein­an­der­leben“ ent­ge­gen­zu­wirken durch gemein­same Pro­jekte

Roßwein

Stadt­ver­wal­tung Roß­wein
Bür­ger­haus Roß­wein als Haus der Begeg­nung und Betei­li­gung

Stolpen

Gogel­mosch e.V.,
mit­EIN­ander Stol­pener Land

Adorf

Sozialer Ort „Gefängnis”

Glauchau

Dia­ko­nie­werk Westsachsen gemein­nüt­zige GmbH
Offener und Inter­kul­tu­reller Bür­ger­treff­punkt „Forum Glauchau“

Bad Düben

Kul­tur­bahnhof, Dia­ko­ni­sches Werk Delitzsch/​ Eilen­burg e.V. – Jugend­mi­gra­ti­ons­dienst

Wittichenau

Jaku­betz­stift, För­der­kreis Wit­ti­chen­auer Pfad­finder e.V.

Hoyerswerda

Kul­tur­fa­brik Hoyers­werda e.V., Bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment – Lebens­qua­lität stiften und Zusam­men­halt stärken

Dresden Prohlis

Kultur im Ein­kaufs­zen­trum, ZUHAUSE IN PROHLIS e.V.

Grünhainichen

Schaf­fung eines sozialen Ortes in der Gemeinde Grün­hai­ni­chen

Sohland am Rotstein

Soh­land lebt! e.V.
„Treffen – Aus­tau­schen – Genießen im Dorf­zen­trum * Soh­land lebt! * ein sozialer Ort wird von Bürger*innen für Bürger*innen gestaltet“

Rietschen

Soziales und kul­tu­relles Netz­werk Riet­schen

Frohburg, OT Linda

Kul­turGut Linda e.V.,
Wei­ter­ent­wick­lung Kul­turGut Linda zum sozialen Ort

Leipzig Grünau

Haus Stein­straße e.V., Bür­ger­park Grünau – Ein Koope­ra­ti­ons­pro­jekt

Niederau

Volks­hoch­schule im Land­kreis Meißen
drum­herum, um dem „Aus­ein­an­der­leben“ ent­ge­gen­zu­wirken durch gemein­same Pro­jekte

Roßwein

Stadt­ver­wal­tung Roß­wein
Bür­ger­haus Roß­wein als Haus der Begeg­nung und Betei­li­gung

Stolpen

Gogel­mosch e.V.,
mit­EIN­ander Stol­pener Land

Adorf

Sozialer Ort „Gefängnis”

Glauchau

Dia­ko­nie­werk Westsachsen gemein­nüt­zige GmbH
Offener und Inter­kul­tu­reller Bür­ger­treff­punkt „Forum Glauchau“

Liste der Sozialen Orte
Land­kreis Träger Pro­jekt­titel Pro­jektort
Bautzen För­der­kreis Wit­ti­chen­auer Pfad­finder e.V. Das Jaku­betz­stift – unser „Sozialer Ort“ für Wit­ti­chenau Wit­ti­chenau
Bautzen Kul­tur­fa­brik Hoyers­werda e.V. Bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment – Lebens­qua­lität stiften und Zusam­men­halt stärken Hoyers­werda
Dresden, Stadt ZUHAUSE IN PROHLIS e.V. Kultur im Ein­kaufs­zen­trum Dresden Prohlis
Erz­ge­birgs­kreis Gemeinde Grün­hai­ni­chen Schaf­fung eines sozialen Ortes in der Gemeinde Grün­hai­ni­chen Grün­hai­ni­chen
Gör­litz Soh­land lebt! e.V. „Treffen – Aus­tau­schen – Genießen im Dorf­zen­trum * Soh­land lebt! * ein sozialer Ort wird von Bürger*innen für Bürger*innen gestaltet“ Soh­land am Rot­stein
Gör­litz Gemeinde Riet­schen Soziales und kul­tu­relles Netz­werk Riet­schen Riet­schen
Leipzig Kul­turGut Linda e.V. Wei­ter­ent­wick­lung Kul­turGut Linda zum sozialen Ort Froh­burg, OT Linda
Leipzig, Stadt Haus Stein­straße e.V. Bür­ger­park Grünau – Ein Koope­ra­ti­ons­pro­jekt Leipzig Grünau
Meißen Volks­hoch­schule im Land­kreis Meißen drum­herum, um dem „Aus­ein­an­der­leben“ ent­ge­gen­zu­wirken durch gemein­same Pro­jekte Nie­derau
Mit­tel­sachsen Stadt­ver­wal­tung Roß­wein Bür­ger­haus Roß­wein als Haus der Begeg­nung und Betei­li­gung Roß­wein
Nord­sachsen Dia­ko­ni­sches Werk Delitzsch/​ Eilen­burg e.V. – Jugend­mi­gra­ti­ons­dienst Kul­tur­bahnhof Bad Düben
Säch­si­sche Schweiz-Osterz­ge­birge Gogel­mosch e.V. mit­EIN­ander Stol­pener Land Stolpen
Vogt­land­kreis Stadt Adorf/​Vogtl. Sozialer Ort „Gefängnis” Adorf
Zwi­ckau Dia­ko­nie­werk Westsachsen gemein­nüt­zige GmbH Offener und Inter­kul­tu­reller Bür­ger­treff­punkt „Forum Glauchau“ Glauchau
Richter: Aus der Energiekrise darf keine Vertrauenskrise werden.

Richter: Aus der Energiekrise darf keine Vertrauenskrise werden.

Zum Sachsen-Monitor 2021/22 erklärt Frank Richter, Spre­cher für Demo­kratie:  „Zual­ler­erst zwei gute Nach­richten: Trotz der aktu­ellen Krisen hat das Ver­trauen in die Demo­kratie zuge­nommen. Die ableh­nenden Ein­stel­lungen gegen­über Min­der­heiten haben abge­nommen. Das ist…

Es fehlen „Soziale Orte”

In unseren Dör­fern, Klein­städten aber auch in man­chen Stadt­teilen der großen Städte ist in den letzten 30 Jahren etwas ver­loren gegangen. Soziale Treff­punkte und auch Struk­turen sind weg­ge­fallen oder wurden gar weg­ge­kürzt. 

Die Spar­kas­sen­fi­liale, die Außen­stelle des Amtes, der Flei­scher, die Gast­stätte, der Dorf­laden oder die Arzt­praxis schlossen oder zogen weg. Zen­tren ver­öden und Ort­schaften ver­loren ihre Mitte

Es lohnt sich nicht, sagte man.

Zu wenige Leute hätten die Ange­bote genutzt.

Es ging immer nur um Kosten, nicht um Men­schen.

Demo­kratie, Zusam­men­halt, Soziales und Gesund­heit sind aber keine Ware. Das sind wert­volle Güter für alle.

 

Foto: modern­movie | Adobe Stock

 

Zwar wurden viele Markt­plätze und Innen­städte schön saniert. Doch oft sind diese zu wenig belebt. Es fehlen öffent­liche Orte für pri­vate Initia­tiven und für lokalen Zusam­men­halt. Kurz gesagt: Es fehlt an Sozialen Orten.

Man trifft sich nicht mehr. Man kennt sich nicht mehr. Der Zusam­men­halt wird so schwä­cher. 

Neue Soziale Orte schaffen

Die SPD-Frak­tion hat daher die Idee ein­ge­bracht, neue soziale Orte zu schaffen. Städte und Dörfer werden dafür vom Frei­staat unter­stützt. Diese Idee konnten wir im Koali­ti­ons­ver­trag durch­setzen. Unsere Sozi­al­mi­nis­terin Petra Köp­ping fand die Idee sehr wichtig

 – sie hat als ehe­ma­lige Land­rätin diese Pro­bleme im Blick.

Mit dem Pro­gramm unter­stützt Sachsen auf Initia­tive der SPD-Frak­tion all jene, die in ihrem Dorf, in ihrer Stadt oder auch in einem Stadt­teil etwas für die Gemein­schaft auf die Beine stellen.

Sie bekommen dafür bis zu

Euro im Jahr.

Und das bis zu 

Jahre lang.

Soziale Orte sollen den gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt stärken, indem sie durch die Bün­de­lung ver­schie­dener Daseins­vor­sor­ge­leis­tungen im öffent­li­chen kom­mu­nalen Raum, Orte der Begeg­nung, Kom­mu­ni­ka­tion und der sozialen Dienst­leis­tung eta­blieren.

Koali­ti­ons­ver­trag 2019 bis 2024

Kon­kret werden mit dem Pro­gramm die­je­nigen unter­stützt, die in ihrem Ort etwas auf­bauen oder ver­lo­ren­ge­gan­gene Begeg­nungs­mög­lich­keiten zurück­bringen wollen. 

 

Es geht um Orte zur aktiven Gestal­tung des Gemein­de­le­bens und zur Teil­habe mög­lichst vieler Men­schen.

Für die Macher:innen

Gerade die Mache­rinnen und Macher vor Ort aus unter­schied­li­chen Berei­chen, die es überall gibt, die aber häufig als Einzelkämpfer:innen agieren, können hier Kon­takte knüpfen.

Die Schaf­fung von Sozialen Orten soll dieses Machen vor Ort manche nennen es auch bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment unter­stützen. So werden sich viel­leicht viele neue Ehren­amt­liche enga­gieren und Ange­bote schaffen.
 

Gemeinsam aushandeln, was wichtig ist

Bür­ge­rinnen und Bürger sollen sich mit ihren Nach­barn, ihren Bekannten oder ihren Freunden zusam­mentun und gemeinsam aus­han­deln, was sie für ihren Ort und für ihre Gemein­schaft brau­chen. So besteht die Hoff­nung, so manche Leer­stelle in den Innen­städten zu schließen, die in den letzten Jahr­zehnten gerissen wurde. 

 Die För­de­rung kon­zen­triert sich auf den länd­li­chen Raum: Geför­dert werden Soziale Orte in Gemeinden mit weniger als 40.000 Ein­woh­nern. In grö­ßeren Städten ist ein kon­kreter, bedarfs­ori­en­tierter Stadt­teil­bezug erfor­der­lich.

Es wird die Schaf­fung, in Aus­nah­me­fällen auch die Wei­ter­füh­rung oder die Erneue­rung von Sozialen Orten mit Per­sonal- und Sach­kosten finan­ziert. Nur wenn es zum Aufbau oder der Wei­ter­füh­rung eines Sozialen Ortes unbe­dingt nötig ist, sind auch bau­liche Inves­ti­ti­ons­kosten bis zu einer Höhe von 50 000 Euro för­der­fähig.

Entscheidungen vor Ort

Es macht wenig Sinn, aus Dresden zu bestimmen, wo solche Orte ent­stehen.

Denn nur die Leute vor Ort wissen, was in ihrem Dorf oder in ihrem Stadt­teil fehlt, um wieder ein Gemein­schafts­ge­fühl auf­leben zu lassen oder es zu stärken.

Soziale Orte sollen mög­lichst attraktiv sein. Da kommt es aufs Umfeld, die Lage und auch das genutzte Gebäude an:

Zen­tral, leicht zugäng­lich und ein Ort, an dem sich mög­lichst alle Bevöl­ke­rungs­gruppen wohl fühlen.

Wer wird gefördert

    • gemein­nüt­zige Ver­eine oder Ver­bände
    • gemein­nüt­zige Gesell­schaften
    • kreis­an­ge­hö­rige Kom­munen