+++ Zwi­schen­be­richt ist keine Vor­fest­le­gung auf einen Stand­ort +++ Atom­aus­stieg darf nicht infra­ge gestellt werden +++

„Der Zwi­schen­be­richt zur End­la­ger­su­che liegt vor und stellt fest, welche Regio­nen prin­zi­pi­ell für ein Atom­müll-End­la­ger geeig­net sind. Vor­aus­set­zung für ein akzep­tier­tes End­la­ger war eine ‚weiße Land­kar­te‘, also dass alle Regio­nen Deutsch­lands in Betracht kommen und dass es keine poli­ti­schen Vor­fest­le­gun­gen gibt. Das ist und bleibt rich­tig. Welche Gesteins­ar­ten geeig­net sind, ist eine wis­sen­schaft­li­che Frage und keine poli­ti­sche. Wer jetzt reflex­ar­tig ganze Regio­nen wieder von der Karte strei­chen will, han­delt popu­lis­tisch und gefähr­det das Ziel, einen geeig­ne­ten Stand­ort für die siche­re Lage­rung des gefähr­li­chen Mülls zu finden“, so Volk­mar Wink­ler.

„Die Schwie­rig­kei­ten, ein End­la­ger zu finden, zeigen über­deut­lich, wie wich­tig der Atom­aus­stieg ist. Daran darf nicht gerüt­telt werden – erst recht nicht von denen, die kein End­la­ger in ihrer Region wollen. Auch ein Ver­weis auf mög­li­che tech­ni­sche Lösun­gen oder neue Reak­tor-Genera­tio­nen sind nichts weiter als Augen­wi­sche­rei, da sie schlicht nicht funk­tio­nie­ren. Um die Ener­gie­wen­de zu meis­tern und der Kli­ma­kri­se zu begeg­nen braucht es mehr erneu­er­ba­re Ener­gien und deut­lich weni­ger Ener­gie­ver­brauch. Das ist auch eine Frage der Ver­ant­wor­tung gegen­über den nach­fol­gen­den Genera­tio­nen. Auf eine tech­ni­sche Lösung in ferner Zukunft zu hoffen, gefähr­det unse­ren Pla­ne­ten“, so Wink­ler abschlie­ßend.

Hin­ter­grund

Pres­se­mit­tei­lung der Bun­des­ge­sell­schaft für End­la­ge­rung: https://​www​.bge​.de/​d​e​/​a​k​t​u​e​l​l​e​s​/​m​e​l​d​u​n​g​e​n​-​u​n​d​-​p​r​e​s​s​e​m​i​t​t​e​i​l​u​n​g​e​n​/​m​e​l​d​u​n​g​/​n​e​w​s​/​2​0​2​0​/​9​/​4​9​8​-​s​t​a​n​d​o​r​t​a​u​s​w​a​hl/ mit Detail­in­fos und einer Karte mit den im Zwi­schen­be­richt benann­ten Gebie­ten. Außer­dem wird ein Aus­blick auf das wei­te­re Ver­fah­ren gege­ben:

„Wie geht es weiter?

In diesem wei­te­ren Ver­lauf der ersten Phase des Stand­ort­aus­wahl­ver­fah­rens erar­bei­tet die BGE unter Berück­sich­ti­gung der Ergeb­nis­se der Fach­kon­fe­renz Teil­ge­bie­te schließ­lich einen Stand­ort­vor­schlag für Regio­nen, die in Phase zwei ober­ir­disch erkun­det werden könn­ten. Die über­tä­gig zu erkun­den­den Stand­ort­re­gio­nen werden nach vor­he­ri­ger Prü­fung durch das BASE und einer wei­te­ren gesetz­lich vor­ge­schrie­be­nen Öffent­lich­keits­be­tei­li­gung vom Bun­des­ge­setz­ge­ber fest­ge­legt. In Phase 2 ermit­telt die BGE im Rahmen der über­tä­gi­gen Erkun­dung Stand­or­te, die sie zur unter­tä­gi­gen Erkun­dung vor­schlägt. Nach Abschluss der unter­tä­gi­gen Erkun­dung wird für 2031 der Stand­ort­vor­schlag ange­strebt.“