„Als wei­te­ren Bau­stein zur Gewin­nung von Lehr­kräf­ten mit sor­bi­schen Sprach­kennt­nis­sen haben wir heute das Säch­si­sche Hoch­schul­zu­las­sungs­ge­setz geän­dert. Künf­tig haben alle Bewer­ber mit Sor­bisch-Kennt­nis­sen ver­ein­fach­te Zugangs­be­din­gun­gen zum Lehr­amts­stu­di­um. Die bisher nur für das Fach Sor­bisch gel­ten­de Rege­lung wird auf alle Lehr­amts­fä­cher aus­ge­wei­tet“, so Sabine Frie­del, bil­dungs­po­li­ti­sche Spre­che­rin der SPD-Frak­ti­on.

„So wird gesi­chert, dass junge Men­schen mit ver­tief­ten Sor­bisch-Sprach­kennt­nis­sen einen Bonus bei der Imma­tri­ku­la­ti­on haben. Der kommt nun auch zum Zuge, wenn Bewer­ber Fächer wie Mathe­ma­tik, Bio­lo­gie oder Sport wählen. Damit stär­ken wir lang­fris­tig das soge­nann­te 2plus-Kon­zept, das auf das frühe par­al­le­le Erler­nen von Sor­bisch und Deutsch zielt. Und wir schaf­fen die Vor­aus­set­zung, den sor­bi­schen Sprach­an­teil an den sor­bi­schen Schu­len zu erhö­hen. Wir werden weiter für das Sor­bisch-Lehr­amt werben. Durch den Erhalt des Sor­bi­schen – ins­be­son­de­re an den Schu­len mit 2plus-Kon­zept – leis­ten wir einen akti­ven Bei­trag zur Durch­set­zung des ver­fas­sungs­mä­ßig ver­brief­ten Rechts der Sorben auf Bewah­rung ihrer Iden­ti­tät.“

Hin­ter­grund: Mit Arti­kel 3 Nummer 4 des „Geset­zes zur Neu­re­ge­lung der Berufs­aka­de­mie im Frei­staat Sach­sen und Aktua­li­sie­rung von gesetz­li­chen Rege­lun­gen im ter­tiä­ren Bil­dungs­be­reich“ wird das Zulas­sungs­kri­te­ri­um von ver­tief­ten Sor­bisch-Sprach­kennt­nis­sen bei Auf­nah­me eines Lehr­amts­stu­di­ums auf alle Lehr­amts­fä­cher in den ver­schie­de­nen Schul­ar­ten aus­ge­wei­tet. Ab 1. August 2017 heißt es in § 6 Absatz 2 des Säch­si­schen Hoch­schul­zu­las­sungs­ge­set­zes: „Bei Stu­di­en­be­wer­bern für einen Lehr­amts­stu­di­en­gang ist der Nach­weis ver­tief­ter Kennt­nis­se der sor­bi­schen Spra­che bei der Aus­wahl­ent­schei­dung im Hin­blick auf die Ver­pflich­tun­gen aus Arti­kel 6 Abs. 1 und Arti­kel 11 der Ver­fas­sung des Frei­staa­tes Sach­sen ange­mes­sen zu berück­sich­ti­gen.“