Neue Bildungsempfehlung ist Erfolgsgeschichte: Oberschulen stehen bei den Eltern hoch im Kurs

7. Februar 2022

Rund 32.000 Kinder in den säch­si­schen Grund­schulen erhalten in dieser Woche ihre Bil­dungs­emp­feh­lung. Dazu führt Sabine Friedel, SPD-Bil­dungs­po­li­ti­kerin, am Montag aus:

„Erst seit fünf Jahren kann man bei der Bil­dungs­emp­feh­lung tat­säch­lich von einer Emp­feh­lung spre­chen. Denn bis zur Ände­rung des Schul­ge­setzes im Jahr 2017 war die Emp­feh­lung ver­bind­lich und das Recht auf freie Schul­wahl somit ein­ge­schränkt. Die dama­lige Koali­tion aus CDU und SPD ver­stän­digte sich darauf, dem Eltern­willen mehr Gewicht zu geben. Und es hat sich gezeigt: Die Eltern ent­scheiden, wie erwartet, sehr ver­ant­wor­tungs­voll.“

„Vor der neuen Bil­dungs­emp­feh­lung befürch­teten Kri­tiker einen Ansturm aufs Gym­na­sium. Zu Unrecht, denn der blieb aus. Im Gegen­teil: Unsere zahl­rei­chen Maß­nahmen zur Stär­kung der Ober­schulen tragen Früchte. Wäh­rend sich im Schul­jahr 2019/20 rund 16 Pro­zent der Eltern dafür ent­schieden, ihr Kind trotz Gym­na­si­al­emp­feh­lung bei einer Ober­schule anzu­melden, waren es im ver­gan­genen Schul­jahr 2020/21 schon 23 Pro­zent. Dagegen bleibt die Zahl der Gym­na­si­al­an­mel­dungen bei Ober­schul­emp­feh­lung seit Jahren kon­stant und niedrig (2020÷21: 4,5 Pro­zent).“

„Die Gründe für die Anzie­hungs­kraft der Ober­schulen sind viel­fältig: direkt vor Ort, kurzer Schulweg, inten­sive Berufs­ori­en­tie­rung und flä­chen­de­ckende Schul­so­zi­al­ar­beit. Viele Ober­schulen werden durch bin­nen­dif­fe­ren­zierten Unter­richt schon heute den ein­zelnen Schü­lern besser gerecht, haben viel­fäl­tige Ganz­tags­an­ge­bote und arbeiten oft mit der lokalen Wirt­schaft zusammen. Nicht zuletzt besteht die Mög­lich­keit, im Anschluss an die Ober­schule am beruf­li­chen Gym­na­sium das Abitur zu erwerben und so für die Fülle des Lern­stoffs ein Jahr mehr Zeit zu haben. Und schließ­lich gewinnt die Berufs­aus­bil­dung gegen­über dem Stu­dium gerade deut­lich an Attrak­ti­vität, auch wegen der ver­bes­serten Gehalts­ent­wick­lung in Sachsen – ebenso ein posi­tiver Effekt des Min­dest­lohns. All das macht zusam­men­ge­nommen die Ober­schule zu einer inzwi­schen sehr geschätzten Schulart.“

Hin­ter­grund: https://​www​.medi​en​ser​vice​.sachsen​.de/​m​e​d​i​e​n​/​n​e​w​s​/​1​0​3​7​448

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