Gemein­sa­me Pres­se­mit­tei­lung
der Frak­tio­nen von CDU, SPD und BÜND­NIS 90/DIE GRÜNEN des Säch­si­schen Land­ta­ges

Datum: 08.06.16

Öffent­li­che Anhö­rung zum Stasi-Lan­des­be­auf­trag­ten-Gesetz bringt große Unter­stüt­zung

Dres­den. Heute lud der Ver­fas­sungs- und Rechts­aus­schuss zum Ent­wurf des Stasi-Lan­des­be­auf­trag­ten-Geset­zes von CDU, SPD und BÜND­NIS 90/DIE GRÜNEN Exper­ten zu einer Anhö­rung in den Säch­si­schen Land­tag ein. Unter ande­rem sprach Roland Jahn, der Bun­des­be­auf­trag­te für die Sta­si­un­ter­la­gen über die wei­te­re Not­wen­dig­keit der Auf­ar­bei­tung des DDR-Repres­si­ons­ap­pa­ra­tes.

Aus­drück­li­che Bestä­ti­gung erhielt der Gesetz­ent­wurf im Hin­blick auf den for­mu­lier­ten Bil­dungs- und Doku­men­ta­ti­ons­auf­trag, die Koope­ra­ti­ons­ver­pflich­tun­gen und die ver­än­der­te Rechts­stel­lung.

Dazu sagt Martin Mod­schied­ler, der rechts­po­li­ti­sche Spre­cher der CDU-Frak­ti­on: „Die Anhö­rung der Sach­ver­stän­di­gen hat gezeigt, dass unser gemein­sa­mer Gesetz­ent­wurf zur Rolle und Auf­ga­be des Lan­des­be­auf­trag­ten für die Stasi-Unter­la­gen rich­tig ist. Die Auf­ar­bei­tung der DDR-Geschich­te und der Staats­si­cher­heit hat kein Ver­falls­da­tum. Wir dürfen unsere Geschich­te nicht ein­fach abha­ken, son­dern müssen sie beson­ders für die junge Genera­ti­on auch an den Orten der Gescheh­nis­se, wie den Außen­stel­len der Stasi-Unter­la­gen­be­hör­de, ver­mit­teln.”

Katja Meier, rechts­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Frak­ti­on BÜND­NIS 90/DIE GRÜNEN, erklärt: „Die Sach­ver­stän­di­gen haben in großer Ein­hel­lig­keit die Inhal­te der Neu­fas­sung des bis­he­ri­gen Stasi-Lan­des­be­auf­trag­ten-Geset­zes unter­stützt. Vor allem die Erwei­te­rung des Auf­ga­ben­fel­des wurde von ihnen begrüßt. Der Gesetz­ent­wurf erwei­tert den Fokus der Arbeit des Lan­des­be­auf­trag­ten weg von der reinen Betrach­tung des Staats­si­cher­heits­diens­tes hin zum gesam­ten DDR-Repres­si­ons­ap­pa­rat. Zu diesem gehö­ren auch die SED und ihre Funk­tio­nä­re, die Mas­sen­or­ga­ni­sa­tio­nen FDJ sowie FDGB und die Block­par­tei­en. Die Kritik der Sach­ver­stän­di­gen hin­sicht­lich der zu gerin­gen Per­so­nal­aus­stat­tung des Lan­des­be­auf­trag­ten vor allem mit Blick auf die erwei­ter­ten Auf­ga­ben habe ich mit­ge­nom­men.”

Hanka Kliese, Spre­che­rin für Erin­ne­rungs­kul­tur der SPD-Frak­ti­on, sagt: „Unser Ziel ist die recht­li­che Stär­kung des Lan­des­be­auf­trag­ten. Mit der Neu­fas­sung ist uns dies, auch nach Auf­fas­sung der Exper­ten in der Anhö­rung grund­sätz­lich gelun­gen. Mit der Anbin­dung des Beauf­trag­ten an den Land­tags­prä­si­den­ten ver­deut­li­chen wir die gesamt­ge­sell­schaft­li­che Bedeu­tung der Stasi-Unter­la­gen-Auf­ar­bei­tung. Für uns stehen außer­dem die Bedürf­nis­se der Opfer­grup­pen im Mit­tel­punkt. Ihnen gerecht zu werden ist uns ein beson­de­res Anlie­gen. In diesem Sinne wurden von den Sach­ver­stän­di­gen einige Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge gemacht, mit denen wir uns nun inten­siv befas­sen werden.“

» Ent­wurf zum „Gesetz zur Ände­rung des Geset­zes über die Rechts­stel­lung des Säch­si­schen Lan­des­be­auf­trag­ten für die Unter­la­gen des Staats­si­cher­heits­diens­tes der ehe­ma­li­gen Deut­schen Demo­kra­ti­schen Repu­blik (Lan­des­be­auf­trag­ten­ge­setz) und zur Ände­rung wei­te­rer Geset­ze” (Drs. 6/4515)