„Organ­spen­de ist eine sehr per­sön­li­che, intime Ent­schei­dung. Sie ist ein Ein­griff ins Per­sön­lichs­te. Sie berührt, und auch das soll­ten wir nicht ver­ges­sen, die Gefüh­le der Ange­hö­ri­gen. Meis­tens befasst man sich erst spät mit Über­le­gun­gen zur Organ­spen­de. Für viele ist der eigene Tod kein Thema, mit dem man sich unbe­dingt beschäf­ti­gen will. Durch meine Arbeit weiß ich, was Selbst­be­stim­mung bis zum Lebens­en­de bedeu­tet. Ent­schei­dend für Organ­spen­den ist vor allem Ver­trau­en“, so Simone Lang, die vor ihrer Zeit als Abge­ord­ne­te als Kran­ken­schwes­ter u.a. im Hos­piz­dienst gear­bei­tet hat.

Die Not­wen­dig­keit, die Zahl der Organ­spen­den zu erhö­hen, ist für Lang klar: „Viele Tau­send Men­schen warten sehn­lichst auf ein Spen­der­or­gan und darauf, ihr Leben besser oder über­haupt weiter leben zu können. Die kata­stro­pha­len Spen­der­zah­len der ver­gan­ge­nen Jahre haben gezeigt, dass wir neue Wege gehen müssen. Ich spre­che mich daher für die so genann­te Wider­spruchs­lö­sung aus.“

Mit der Wider­spruchs­lö­sung ist jeder Mensch poten­ti­el­ler Organ­spen­der, es sei denn er wider­spricht. Ent­schei­dend für Lang ist aber trotz­dem, Ver­trau­en wie­der­her­zu­stel­len: „Wir müssen weiter Infor­ma­ti­ons- und Auf­klä­rungs­ar­beit leis­ten, viel­leicht mehr denn je. Wir müssen drin­gend viel Ver­trau­en wie­der­her­stel­len, das durch Skan­da­le in der Ver­gan­gen­heit weg­ge­bro­chen ist. Denn auch bei der ‚Wider­spruchs­lö­sung‘ wird am Ende gelten: Ohne Ver­trau­en werden wir kaum Organ­spen­den haben und damit viel zu wenig Men­schen geret­tet werden können.“