Jörg Vieweg, der tou­ris­mus­po­li­ti­sche Spre­cher der SPD-Frak­ti­on im Säch­si­schen Land­tag, am Mitt­woch in der aktu­el­len Debat­te zum Thema „Sach­sens Tou­ris­mus in Stadt und Land stär­ken – Tou­ris­mus­stra­te­gie 2025 als Grund­la­ge für den wei­te­ren Erfolg“:

Vieweg: Tou­ris­mus ist wich­ti­ger Wirt­schafts­fak­tor – Indus­trie­kul­tur als Klam­mer der Region Chem­nitz-Zwi­ckau

„Tou­ris­mus und Reisen ist ein Mega­trend, welt­weit. Für unser Land ist Tou­ris­mus ein wich­ti­ger Wirt­schafts­fak­tor mit Aus­strah­lung. In den ver­gan­ge­nen 26 Jahren haben sich lan­des­weit die Gäs­te­zah­len mehr als ver­drei­facht, die Über­nach­tun­gen um das Zwei­ein­halb­fa­che erhöht. Im Jahr 2017 erziel­te der säch­si­sche Tou­ris­mus sein bisher bestes Ergeb­nis. Mit 7,9 Mil­lio­nen Gäs­te­an­künf­ten und 19,5 Mil­lio­nen Über­nach­tun­gen begrüß­te Sach­sen so viele Gäste wie noch nie! Durch­weg alle Regio­nen pro­fi­tier­ten vom Inter­es­se der Urlau­ber an Sach­sen. Neben den beiden Groß­städ­ten Dres­den und Leip­zig liegt das Erz­ge­bir­ge an drit­ter Stelle beim Über­nach­tungs­auf­kom­men in 2017. Zusam­men ver­zeich­nen die drei Desti­na­tio­nen fast 55% aller Über­nach­tun­gen. Jede 10. Über­nach­tung wurde von einem aus­län­di­schen Gast gebucht“, so Jörg Vieweg in der aktu­el­len Debat­te am Mitt­woch im Säch­si­schen Land­tag.

Welt­of­fen­heit ist das Geschäfts­mo­dell

„Ohne Welt­of­fen­heit gibt es keine Gast­freund­schaft. Und ohne Gast­freund­schaft gibt es keine Gäste, sprich: Tou­ris­ten. Ereig­nis­se wie in Plauen und Chem­nitz beschä­men uns und sie scha­den dem Tou­ris­mus und damit unse­rem Land. Des­halb müssen wir uns wo auch immer jeg­li­chen ras­sis­ti­schen, aus­gren­zen­den und rechts­ex­tre­men Ten­den­zen kraft­voll ent­ge­gen­stel­len. Das Motto ‚Wir sind mehr‘ gilt beson­ders auch für den Tou­ris­mus. Sach­sen soll ein welt­of­fe­nes und gast­freund­li­ches Land sein. Ein Land, in dem sich seine Gäste auch wei­ter­hin wohl­füh­len.“

Das Poten­zi­al des Tages­tou­ris­mus

„Ins­ge­samt werden pro Jahr ca. 151,5 Mil­lio­nen Tages­aus­flü­ge in Sach­sen gezählt. Der Tou­ris­mus in Sach­sen fes­tigt so seine Posi­ti­on auf dem hohen Niveau der Vor­jah­re. Das Rei­se­land Sach­sen hat deut­lich an Beliebt­heit gewon­nen. Dies zeigt sich u.a. an der Zufrie­den­heit der Gäste mit rund 83 Punk­ten von Hun­dert. Damit nimmt Sach­sen im bun­des­wei­ten Ran­king nach Bayern und Schles­wig-Hol­stein Platz drei ein. Mit einem Brut­to­um­satz von 7,8 Mrd. Euro jähr­lich sichert der Tou­ris­mus in Sach­sen 188.400 Men­schen Ein­kom­men und Beschäf­ti­gung.“

Arbeits­plät­ze im Tou­ris­mus

„Die Tou­ris­mus­wirt­schaft ist von einer klein­tei­li­gen Struk­tur geprägt, aller­dings sind die Arbeits­plät­ze regio­nal ver­an­kert und nicht expor­tier­bar. Für rund 57 % aller säch­si­schen Kom­mu­nen ist Tou­ris­mus ein rele­van­ter Wirt­schafts­be­reich. Der Tou­ris­mus ist damit eine unver­zicht­ba­re Wirt­schafts­grö­ße, er ist zum Stand­ort­fak­tor und zu einem wich­ti­gen Bei­trag gesell­schaft­li­cher Sta­bi­li­tät für unser Land gewor­den.“

Indus­trie­ge­schich­te als Klam­mer für Tou­ris­mus­re­gi­on Chem­nitz-Zwi­ckau

„Die Tou­ris­mus­re­gi­on Chem­nitz-Zwi­ckau ist geprägt von einer ein­zig­ar­ti­gen Indus­trie­ge­schich­te und Indus­trie­kul­tur. Neben vielen his­to­ri­schen Orten ist in Chem­nitz und Zwi­ckau vor allem die Geschich­te der Indus­tria­li­sie­rung und deren Folgen erleb­bar. Aus­ge­drückt nicht nur in Archi­tek­tur und Kunst, son­dern auch in Inno­va­ti­on und Fort­schritt. Dieser Geist ist auch heute noch spür­bar. Nicht zuletzt des­halb freue ich mich, dass sich unser Jah­re­lan­ges Enga­ge­ment und Über­zeu­gungs­ar­beit auch aus dem Land­tag heraus und über Legis­la­tur­pe­ri­oden hinaus aus­zahlt. Die Indus­trie­kul­tur ist die Klam­mer zur tou­ris­ti­schen Ver­mark­tung der Region von Chem­nitz bis Zwi­ckau. Nächs­tes Jahr feiern wir das Jahr der Indus­trie­kul­tur. Die Region Chem­nitz-Zwi­ckau ist bei der Lan­des­aus­stel­lung zur Indus­trie­kul­tur ganz vorne mit dabei. Diese Chance müssen wir nutzen. Wenn wir rich­tig gut zusam­men­ar­bei­ten, dann wird auch der Tou­ris­mus von den viel­fäl­ti­gen und zahl­rei­chen Ver­an­stal­tun­gen, die dieses Jahr beglei­ten, pro­fi­tie­ren.“

Hin­ter­grund: Die vom SPD-geführ­ten Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um ent­wi­ckel­te Tou­ris­mus­stra­te­gie 2025 gibt es hier: www​.tou​ris​mus​.sach​sen​.de